Projekte - Beschreibung

 

„Exzellenz kennt keine Grenzen“? Wissenschaftliche Exzellenz und soziale Rekrutierung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Neustrukturierung und Effektivität der Promotionsförderung in Deutschland

Finanzierung: Universität Dortmund, Titelgruppe 94

Laufzeit: 2005/2006

Ziel: Das TG 94-Projekt zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses dient der Vorbereitung für die Beantragung von Drittmittelprojekten, u.a. im Rahmen einer DFG-Forschergruppe i.Gr. zur „Selbst- und Fremdsteuerung von Hochschulen“.

Beteiligte WissenschaftlerInnen: Dr. Karin Zimmermann, Prof. Dr. Sigrid Metz-Göckel

Gesellschaftspolitische Bedeutung des Forschungsvorhabens Das strukturierte Promovieren im Verbund in Graduate Schools, Graduierten- und Promotionskollegs ist im Kontext des Bologna-Prozesses im deutschen Hochschulsystem neben die individuelle Förderung getreten. Diese Verbundförderung stellt neue Ansprüche an Entwicklung und Sicherung von Qualitäts-, Kompetenz-, Leistungs- und Effektivitätsstandards. Hierzulande ist diese Anspruchsformulierung eingebunden in einen Eliten- und Exzellenzdiskurs im Kontext internationaler Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Bildungs- und Hochschulsystems. Die DiskursteilnehmerInnen reichen von der Politik und Wissenschaftsadministration auf Bundes- und Landesebene über die Deutsche Forschungsgemeinschaft als dem traditionell größten Promotionsförderer (z.Z. ca. 270 DFG-Graduiertenkollegs) und die außeruniversitären Forschungseinrichtungen (z.Z. ca. 40 International Max-Planck Research Schools etc.) bis zu den politisch, kirchlich, gewerkschaftlich und wirtschaftlich orientierten Begabtenförderwerken.

Forschungsfragen Setzt sich die Abhängigkeit vom kulturellen und ökonomischen Kapital der Herkunftsfamilie, durch bildungsstatistische Daten (und PISA) hinsichtlich des Schulerfolgs sowie für den Zugang zum Hochschulstudium (HIS: 17. Sozialerhebung 2004) statistisch belegt, bei der Promotion – im Vergleich der Individual- mit der Verbundförderung – fort? Wie wird der Zugang zu den neuen Formen des Promovierens im Verbund im Hinblick auf wissenschaftliche Exzellenz, Qualität und Kompetenz geregelt und gesteuert, und welche sozialen und geschlechtsspezifischen Rekrutierungsmuster lassen sich (organisations- und fachabhängig etc.) feststellen? Welche Qualität, Kompetenz, Exzellenz, Begabung werden in den Bildungs- und Wissenschaftsbegriffen der Fördereinrichtungen adressiert, und welche (gesellschaftliche, politische, ideologische etc.) Standards liegen explizit und implizit zugrunde? Inwieweit können durch die organisatorische Strukturierung der Promotionsphase tiefer gehende Veränderungen der deutschen Promotionsförderlandschaft prognostiziert werden?

Methodische Zugänge
Quantitativ-statistische Zeitreihenanalysen (Teilprojekt 1): Während zu den abgeschlossenen Promotionen Zeitreihen vorliegen, gibt es zu den aktuell jeweils laufenden Promotionen keine statistisch zuverlässigen Daten. Ziel dieses Teilprojektes ist es, eine transparente DoktorandInnen-Statistik aufzubereiten, die ein möglichst umfassendes Bild zur Situation von Promovierenden nach Fächern, sozialer Herkunft und Geschlecht für die Bundesrepublik ermöglicht.
Qualitative Peer-Review-Studie (Teilprojekt 2): Hier geht es um Fragen des Zugangs zu den Verbundformen des Promovierens im Hinblick auf fachlichwissenschaftliche Auswahl- und Exzellenzkriterien im Verhältnis zu sozialen Kriterien wie Geschlecht, soziale Herkunft, In-/AusländerIn. Das Instrument der Analyse der Auswahlverfahren und Exzellenzkriterien ist neben Dokumentenanalysen das Interview mit: Antragstellerinnen (KandidatInnen für die Promotion), GutachterInnen (ProfessorInnen als LeiterInnen von Graduate Schools) und Programmverantwortlichen der verschiedenen Promotionsfördereinrichtungen (DFG, Begabtenförderwerke, außeruniversitäre Forschungseinrichtungen).

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