Projekte - Beschreibung

 

Vielfalt in der Unternehmerschaft: Facetten des Unternehmerinnenbildes in Deutschland

Finanzierung: Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie des Landes Nordrhein-Westfalen

Laufzeit Februar 2005 – Ende Januar 2007 (2 Jahre)

Beteiligte WissenschaftlerInnen
Forschende der Universität Dortmund:
Vertr.-Prof. Dr. Andrea D. Bührmann
Kontakt: abuehrmann@fb12.uni-dortmund.de
Aira Schöttelndreier
Kontakt: aschoettelndreier@fb12.uni-dortmund.de

Forschende der Fachhochschule Gelsenkirchen:
Prof. Dr. Katrin Hansen
Kontakt: katrin.hansen@fh-gelsenkirchen.de
Martina Schmeink
Kontakt: martina.schmeink@fh-gelsenkirchen.de

Zielsetzung und gesellschaftspolitische Bedeutung des Forschungsprojektes: Obwohl die Gründerinnenrate in den letzten 10 Jahren um etwa ein Drittel gestiegen ist (‚Gründerinnenboom’), sind Frauen in der Unternehmerschaft immer noch unterrepräsentiert. Von ca. drei Millionen deutschen Unternehmen sind nur knapp eine Million in Frauenhand. Hinzu kommt, dass Frauen den gängigen Unternehmerbegriff offensichtlich nicht für sich rezipieren. Sie betiteln sich selbst lieber als Freiberuflerin, „free lancer“, Selbständige.
Das Ziel des Forschungsprojektes ist es, empirisch fundierte Erkenntnisse über die Faktoren und Rahmenbedingungen zu gewinnen, die die Beteiligung von Frauen bei der Gründung, Weiterführung und Übernahme von Unternehmen in Deutschland fördern oder sie erschweren. Dabei steht die bisher nicht erforschte Frage nach dem Selbstbild von Unternehmerinnen in Deutschland, ihrem Fremdbild und dem Zusammenspiel beider Perspektiven im Mittelpunkt. Diese Fragestellung wird ausgehend von der folgenden zentralen Arbeitshypothese bearbeitet: Ein hegemoniales, einseitig männlich geprägtes Unternehmerbild verhindert, dass Frauen im gleichen Ausmaße wie Männer Unternehmen gründen, weiterführen und in wachsenden Unternehmen Arbeitgeberfunktion übernehmen und damit Arbeitsplätze schaffen.
Ausgehend von den Ergebnissen der Studie sollen dann Hinweise eine Steigerung der Unternehmerinnenquote in Deutschland formuliert werden. Diese können die insbesondere seit 1998 vermehrt in Deutschland zu verzeichnenden politischen Anstrengungen zur Erhöhung der Gründerinnenquote auf kommunaler und regionaler, aber auch auf Länder- und Bundesebene unterstützen.
Da der Mittelstand in Deutschland einer der wichtigsten Arbeitgeber ist, ist es von gesellschaftlichem Interesse, dass die Zahl der Existenzgründungen in Deutschland zunimmt. Die noch in weiten Teilen unerschlossene Gruppe der Frauen in dieses Boot zu holen, ist demnach nicht nur sinnvoll, sondern auch notwendig.

Methodischer Zugang : Im Zentrum der Forschungsaktivitäten wird eine qualitative empirische Untersuchung stehen.
Es sollen zur Ermittlung des unternehmerischen Selbstbildes von Frauen 15 narrative Interviews mit Unternehmerinnen geführt werden. Zur Überprüfung der Hypothese, dass es Differenzen zwischen weiblichen und männlichen Unternehmerbildern gibt, werden außerdem 10 männliche Unternehmer interviewt.
Um das Fremdbild der Unternehmerinnen zu erforschen, werden in 25 Interviews mit Personen aus der Umgebung der Unternehmerinnen (Führungskräfte, Familie) durchgeführt. Ergänzt werden diese durch Interviews mit 6 beratenden Expertinnen und Experten, um festzustellen, welches Unternehmerbild diese Gruppe manifestiert hat und demzufolge nach außen transportiert.
Zweites Standbein der Untersuchung soll eine Diskurs- bzw. Dispositivanalyse von Institutionen der Wirtschaft, Wissenschaft und der Politik sein, die das gängige Unternehmerbild maßgeblich mitbestimmen und publik machen.

Forschungsfragen : Welche Typen von Unternehmerinnen lassen sich in Deutschland feststellen?
Wie unterscheiden sich erfolgreiche von nicht erfolgreichen Unternehmerinnen? Was verstehen Unternehmerinnen unter erfolgreich und wenn ja, wie unterscheidet sich diese Definition von der vorherrschenden Definition z.B. der Geldgeber bzw. Geldgeberinnen?
Welches Selbstbild finden wir bei erfolgreichen Unternehmerinnen verschiedener Couleur und inwiefern unterscheiden sie sich von nicht erfolgreichen Unternehmerinnen? Wie hat sich dieses Selbstbild über ihre Biografie entwickelt und was waren Schlüsselerlebnisse?
Deckt sich das Selbstbild von Unternehmerinnen mit dem Bild, dass die Umgebung von Ihnen hat?
Welches Fremdbild finden wir bei Beraterinnen und Beratern sowie Coaches und welchen Einfluss hat es auf Ihr Handeln? Was bedeutet dies für die verschiedenen Förderprogramme?
Welche Ansatzpunkte gibt es, um ein vielfältigeres und angemesseneres Unternehmerinnenbild zu propagieren, so dass Frauen in ihren Gründungsaktivitäten besser unterstützt werden können?

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