Abgeschlossene Projekte - Beschreibung

 

GeschlechterverhÄltnisse in (akademischen) pÄdagogischen Berufen und universitÄren AusbildungsgÄngen unter besonderer BerÜcksichtigung der Rehabilitationswissenschaften/SonderpÄdagogik – Eine empirische Untersuchung zur ErhÖhung des Anteils männlicher PÄdagogen.

Finanzierung: aus Forschungsmitteln aus dem HWP-Programm, Fachprogramm „Chancengleichheit für Frauen in Forschung und Lehre“/Maßnahmen der Frauen- und Genderforschung“, Ministerium für Wissenschaft und Forschung des Landes Nordrhein-Westfalen

Laufzeit Dezember 2004 – Juni 2006 (19 Monate)

Beteiligte WissenschaftlerInnen
Projektleitung: Prof. Dr. Ulrike Schildmann, Frauenforschung in Rehabilitation und Pädagogik bei Behinderung, Fakultät 13 (Rehabilitationswissenschaften), Universität Dortmund
Wissenschaftliche MitarbeiterInnen: Dr. Inken Tremel, Sebastian Möller
Studentische Hilfskraft: Markus Krümpel

1. Statistisch-empirische Vorarbeiten Das Forschungsprojekt stützt sich auf die Ergebnisse einer statistischen „Untersuchung zur Geschlechterspezifik der Studierendenschaft der Sonderpädagogik (Lehramt) und Rehabilitationswissenschaften (Diplom)“ (vgl. Tremel, Dez. 2003). Diese Untersuchung wurde gezielt als statistisch-empirische Vorarbeit für eine umfangreichere qualitative empirische Studie angelegt, so dass nun auf der quantitativen empirischen Ebene schon gesicherte Erkenntnisse über die Geschlechterverhältnisse in den pädagogischen Studiengängen und akademischen Berufen zur Verfügung stehen. Wichtigste Eckpunkte der statistischen Untersuchung sind:

Innerhalb der Sonderpädagogik/Rehabilitationswissenschaften gibt es einige erwähnenswerte geschlechterspezifische Differenzen sowie Verschiebungen, die sich an der Studierendenschaft der Sonderpädagogik als 1. Studienfach (sogar für die letzten 20 Jahre) statistisch ablesen lassen.

2. Zentrale Forschungsfrage: Vor dem Hintergrund der Tatsache, dass es vor allem Jungen sind, die in unseren Bildungseinrichtungen auffällig werden, und der These, dass insbesondere diesen Jungen männliche Vorbilder und Auseinadersetzungspartner fehlen, lautet die zentrale Forschungsfrage des Projektes:

Wie kann – auf der Grundlage der wissenschaftlichen Untersuchung männlicher Motivationen für die Ausübung (akademischer) pädagogischer Berufe – auf den pädagogischen Feldern, die von Frauen überrepräsentiert sind, der Anteil männlicher Pädagogen effektiv erhöht werden?

3. Theoretische Grundposition: Das beantragte Forschungsvorhaben geht von folgender Grundposition aus:

Wird dabei der Forschungsschwerpunkt auf die Sonderpädagogik/ Rehabilitationswissenschaften gelegt, dann resultiert dies vor allem

4. Ziele: Das Forschungsvorhaben verfolgt ein doppeltes Ziel:
Einerseits geht es um die Fortführung und Vertiefung der sozialwissenschaftlichen Analyse der Geschlechterverhältnisse in den (akademischen) pädagogischen Berufen und Studiengängen. Andererseits geht es besonders um konkrete Veränderungen und Beeinflussungen bildungspolitischer Art. Es stellt sich also nicht nur die Frage,

Während sich diese Zielperspektive zweifellos für alle pädagogischen Berufe – die nicht akademischen wie die akademischen – stellt, soll die konkrete empirische Untersuchung im Sinne einer explorativen Studie auf einem zentralen Problemfeld beginnen, wobei sich das Feld der Sonderpädagogik/Rehabilitationspädagogik aus o.g. Gründen als sehr günstig, weil besonders vielschichtig, erweisen dürfte. Eine systematische Erweiterung dieser Zielperspektive könnte – auf Basis der ermittelten Forschungsergebnisse – im Anschluss an die hier geplante Pilot-Studie in einem größeren und im engeren Sinne interdisziplinären Rahmen erfolgen, der z.B. im Zuge eines DFG-Antrages/Projektes zu realisieren wäre.

5. Projektbeschreibung: Im Zentrum des vorgestellten Forschungsvorhabens steht eine qualitative empirische Studie, die sich im wissenschaftlichen Sinne auf die unter Punkt 2 gestellte Frage konzentriert, unter welchen Bedingungen in der heutigen Situation gerade (junge) Männer einen (akademischen) pädagogischen Beruf wählen. Das konkrete Untersuchungsfeld sind die sonderpädagogischen Studiengänge „Lehramt Sonderpädagogik“ und „Diplom Rehabilitationswissenschaften“ mit ihren jeweiligen –zum Teil starken – Ausdifferenzierungen.

Um das explorative Forschungsfeld auszuloten, wurden 40 problemzentrierte, biographisch orientierte Interviews mit männlichen Studenten der Sonderpädagogik/ Rehabilitationswissenschaften (Lehramt und Diplom) durchgeführt. Um die Studienbedingungen dieser Gruppe etwa gleich zu halten, ist diese Untersuchungsgruppe aus der Studierendenschaft der Fakultät Rehabilitationswissenschaften der Universität Dortmund rekrutiert worden. Flankiert werden diese problemzentrierten Interviews durch insgesamt max. 12 Vergleichsinterviews mit praktizierenden Pädagoginnen und Pädagogen unterschiedlicher Arbeitsfelder, die sich durch interessante Berufsmotivationen und -wege auszeichnen. Auf beiden genannten Feldern geht es vor allem darum, die Vielfalt männlicher Beweggründe für einen (akademischen) pädagogischen Beruf darzulegen und im bildungspolitischen Sinne in die öffentliche Diskussion – an Schulen, in der Arbeitsverwaltung, in den Medien usw. – zu bringen.

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