Qualifizierungsprojekte - Beschreibung

 

LebensqualitÄt und gesundheitliche Situation von kriegstraumatisierten alten Frauen

Finanzierung: Für zwei Monate anfinanziert vom Ministerium für Wissenschaft und Forschung NRW; seit April 2006 über Stipendium der Universität Dortmund

Laufzeit: Seit Januar 2006

Beteiligte WissenschaftlerInnen: Dipl.Päd. Ariane Raichle, Prof. Dr. Alexa Franke, Universität Dortmund

Problemaufriss: Von Frauen und Mädchen erlebte Kriegs- und Nachkriegserfahrungen bzw. –traumatisierungen, insbesondere die durch sexualisierte Gewalt erlebten Traumatisierungen, sind auch 6 Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges nur ein Randthema in der Aufarbeitung der deutschen Geschichte. Diese wurden einerseits von Seiten der Gesellschaft, andererseits aber auch von den betroffenen Frauen selbst aus Furcht vor individueller und kollektiver Stigmatisierung oft jahre– bis jahrzehntelang verschwiegen oder verdrängt. Studien zur Traumaforschung belegen, dass auch im hohen Alter die vergangenen traumatischen Erfahrungen mit den damit verbundenen psychosozialen Folgen präsent sind bzw. gerade dann wieder aktuell werden. Insbesondere die im Alter häufig entstehende Abhängigkeit von anderen Personen sowie der Wegfall von bewährten Bewältigungsstrategien erhöhen das Risiko einer Retraumatisierung.

Fragestellung und Zielsetzung: Davon ausgehend soll nun auf Grundlage des salutogenetischen Modells der Frage nachgegangen werden, wie die betoffenen Frauen in der Vergangenheit die traumatischen Erlebnisse verarbeitet haben und welche individuellen und gesellschaftlichen Ressourcen ihnen dabei zur Verfügung standen. Die Inhalte dieser biographischen Rekonstruktionen sollen dann mit der aktuellen Lebenssituation insbesondere verschiedenen Gesundheitsparametern und der Lebensqualität verknüpft werden. Durch diese Vorgehensweise können wertvolle Hinweise für den Umgang mit alten Frauen in der gesundheitlichen Versorgung und Pflege gewonnen werden.

Methodischer Zugang: Zur Bearbeitung des Vorhabens sollen semi-strukturierte Interviews mit 20-30 Frauen im Alter von ca. 70-90 Jahren geführt werden. Ergänzend dazu sollen Fragebogen zur Erhebung des Kohärenzgefühls, der Lebensqualität und verschiedener Gesundheitsparameter eingesetzt werden.

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